Die 7 Weltwunder der Neuzeit
Wachsoldaten in Petra, Jordanien

Die Sieben Weltwunder ist ein bekannter Begriff, um sie ranken sich Mythen und Geschichten, welche die Menschen schon immer faszinieren. Könnt ihr aufzählen welche dazu gehören? Wusstet ihr, dass man zwischen den alten und neuen Weltwundern unterscheidet? Welche waren nochmal die antiken und welche die neuen?

2000 wollte der Schweizer Bernard Weber mit seiner 1998 gegründeten Stiftung „NewOpenWorld Foundation“ „neue“ Weltwunder küren. So sollten Menschen aus aller Welt gemeinsam die „New 7 Wonders of the World“, mit einer Kombination aus Online-Wahl und Juryentscheidung in drei Phasen, auswählen.

Zuerst standen ca. 200 Bauwerke zur Auswahl, daraus wurden von Millionen Internetnutzer 77 Bestplatzierte ausgewählt. In der zweiten Phase wurden aus den Bestplatzierten 21 Finalisten von einer Jury ausgewählt. In der finalen Phase wurden von 2006 bis 2007 via Internet, Telefon oder SMS über die neuen 7 Weltwunder abgestimmt.

Protest zu der Wahl kam aus Ägypten, der Kulturminister und der Generalsekretär beanstandete, dass die Wahl keinen wissenschaftlichen oder offiziellen Hintergrund habe. Kritikpunkte waren, dass Stimmen mehrfach abgegeben werden konnten und die Wahl ausschließlich online oder per Telefon durchgeführt wurden, obwohl viele Menschen keinen Zugang zum Internet hatten und für den Anruf Gebühren erhoben wurden.

Die UNESCO distanzierte sich von der Wahl, wohingegen diese in Asien und Entwicklungsländern auf große Anerkennung traf, da die antiken Sieben Weltwunder ausschließlich im Mittelmeerraum und Vorderasien standen und die „Neuen Weltwunder“ als eine gerechtere Auswahl gesehen wurde.

2007 wurden dann in Lissabon die neuen Sieben Weltwunder verkündet:

Maya-Stätte Chichén Itzá auf Yucatán, Mexiko

Chichén Itzá ist die bedeutendste und meistbesuchte Ruinenstätte auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Die Ruinen stammen aus der späten Maya Zeit und bestehen aus zahlreichen monumentalen Repräsentationsbauten mit religiös-politischem Hintergrund. Der bekannteste Bau ist eine große, weitestgehende erhaltene Stufenpyramide.

Die Stadt war eines der größten Handelszentren, allerdings lässt sich die Geschichte nur schwer rekonstruieren, da wenige Quellen vorhanden sind und diese sich auch noch widersprechen.

Größtenteils ist die Stadt von Urwald überwuchert, aber die beeindruckende Pyramide ist noch gut erhalten. Die Pyramide ist 30 Meter hoch, 55 Meter lang und die neun Pyramidenstufen haben insgesamt 365 Stufen.

Steht man vor diesem faszinierenden Stück Geschichte und denkt an die Mythen, die sich um die Mayakultur ranken, lässt einen dieses Erlebnis nicht wieder los!

Mexiko: Chichén Itzá

Chinesische Mauer

Das größte jemals errichtet Bauwerk darf natürlich in der Liste nicht fehlen! Diese historische Grenzbefestigung, bestehend aus einem System von zeitlich und geografisch verschiedenen Schutzmauern, diente als Verteidigungswall gegen aus dem Norden kommende nomadischen Reitervölker und sollte die Bevölkerung vor Raubüberfällen und Angriffen schützen.

Die Mauer wurde im 7. Jahrhundert v. Chr. gebaut und erstreckt sich auf ca. 21.000 Kilometer. Über 15 Provinzen, autonome Gebiete und Städte dehnt sich die Mauer aus. Darunter Peking, Tianjin, Hebei, Innere Mongolei, Jilin, Shandong, Henan und Xinjiang.

Die Mauer besteht aus ungleichen, auch teilweise nicht miteinander verbundenen, Abschnitten aus verschiedenen Zeiten und unterschiedlicher Bauweise.

4 Abschnitte der Mauer können von Touristen besucht werden, darunter der bekannteste restaurierte Mauerabschnitt nordwestlich von Peking.

Einst als Schutz gegen Fremde erbaut, treffen sich heute Menschen aus aller Welt an diesem imposanten Bauwerk!

Du willst dir dieses historische Monument nicht entgehen lassen? Auf unseren Reisen durch China kannst du die Große Mauer selbst entdeckten!

Chinesische Mauer bei Peking

Christusstatue in Rio de Janeiro, Brasilien

Der Zuckerhut und die Erlöserstatue auf dem Berg Corcovado gehören zu den Wahrzeichen von Rio de Janeiro in Brasilien. Die hohe monumentale Christusstatue aus dem Jahr 1931 ist im Art-Déco-Stil gehalten und dient als Vorbild für viele weitere Christusstatuen.

Die Entwürfe für den ca. 40 Meter hohen Bau stammten vom brasilianischen Bauingenieur Heitor da Silva Costa. Anlässlich der hundertjährigen Unabhängigkeit Brasiliens sollte die Figur 1922 errichtet werden, allerdings verzögerten Finanzierungsprobleme den Bau um fast 10 Jahre.

Die Statue mit ihren weit ausgestreckten Armen scheint die Stadt zu umarmen und ist mittlerweile ein beliebter Wallfahrtsort für Katholiken aus aller Welt.

Bezwingt man den 700 Meter hohen Berg Corcovado wird man nicht nur mit dem Anblick auf diese einzigartige Statue belohnt, sondern auch mit einem fantastischen Ausblick auf die Stadt Rio.

Christo aud dem Corcovado in Brasilien

Kolosseum in Rom, Italien

Das Kolosseum in Rom musste lange warten, um den Titel Weltwunder zu beanspruchen. Bereits in der Antike war das Amphitheater ein Wunder der Technik. Der Arenaboden wurde zur Eröffnung geflutet und eine große Seeschlacht inszeniert, auch hatte der Bau einen doppelten Boden mit Falltüren und Aufzügen, wodurch Menschen und Tiere wie aus dem Nichts in der Arena auftauchen konnten.

Erbaut wurde das Gebäude zwischen 72 und 80 n. Chr. und war Austragungsort für Veranstaltungen, die zur Belustigung und Unterhaltung der Römer ausgetragen wurden.

Meist waren diese Veranstaltungen grausam und brutal, darunter waren Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen und Schiffskämpfe. Umstritten ist ob Exekutionen von Verurteilten in der Arena durchgeführt wurden.

Mit dem Christentum im Römischen Reich wurden diese blutigen Spiele verboten.

Heute ist das Kolosseum ein Denkmal gegen die Todesstrafe. Wird ein Todesurteil ausgesetzt oder schafft ein Staat dieser Welt die Todesstrafe ab, wird das Monument 48 Stunden in bunten Farben erleuchtet. Getragen wird diese Aktion von der italienischen Regierung und verschiedenen Menschenrechtsorganisationen.

Willst du auch einen Blick in die freigelegten Katakomben werfen und diesem außerordentlichen Bauwerk erkunden, dann ist unsere Romreise genau das Richtige! Lass dich mit unserer Reiseleitung Sylvia Hillie Di Salvo in die beeindruckende Geschichte Roms entführen!

Großartiges Kolosseum in Rom

Inka-Stadt Machu Picchu, Peru

Denkt man an Peru, fällt einem sofort Machu Picchu ein. Die sagenumwobene Stadt der Inka ist eine auf 2430 Metern Höhe, zwischen den Gipfeln des Huayna Picchu und des Berges Machu Picchu in den Anden erbaute, gut erhaltenen Ruinenstadt.

Gebaut wurde die Stadt ca. 1450 auf den Befehl des Inka-Herrschers Pachacútec Yupanqui. Die Stadt umfasst 216, auf Terrassen erbauten, steinerne Bauten, welche mit einem System von Treppen verbunden sind. Jahre später wurde die Stadt wahrscheinlich aufgrund der Eroberung der Spanier aufgegeben und geriet in Vergessenheit. Als offizielles Jahr der Wiederentdeckung wurde 1911 angegeben, allerdings war die Stadt schon lange bestimmten Personengruppen bekannt.

Viele Rätsel ranken sich im diese sagenhafte Stadt, da wenig über die Inka überliefert ist. An diesem unwirklichen Ort kannst du erahnen, wie die Inka gelebt haben müssen.

Lust auf eine Entdeckungstour? Diesen magischen Ort kannst du auf unsere Rundreise durch Peru hautnah erleben.

Großstadt der Inkas, mitten im Dschungel: Machu Pichu

Felsenstadt Petra, Jordanien

Die im heutigen Jordanien gelegene Felsenstadt Petra ist eine einzigartige Ansammlung von in den Felsen geschlagenen Gebäuden. Die Stadt war die Hauptstadt des Reiches der Nabatäer, ein Verbund antiker nordwestarabischer Nomadenstämme.

Petra lag strategisch günstig und wurde zu einem bedeutenden Handelsplatz, insbesondere kontrollierte die Stadt einen wichtigen Knotenpunkt der Weihrauchstraße. Hinzu kam die optimale Topografie der Stadt. Zum einen lag die Stadt versteckt und gut geschützt zwischen schroffen Felswänden und zum anderen verfügte sie über eine sichere Wasserversorgung. Die in Stein gemeißelten Aquädukte versorgten die Stadt mit Trinkwasser.

Durch mehrere Erdbeben und die Eroberung der Region durch die Muslime verließen die letzten Bewohner die Stadt.

Lange galt die Stadt als Legende und verschollen, bis sie dann 1812 wiederentdeckt wurde. 1930 wurde die sagenhafte Stadt für Touristen freigegeben und ist heute eine der größten Sehenswürdigkeiten des Nahen Ostens.

Petra in Jordanien

Taj Mahal, Indien

Der bekannte Marmorbau in Indien gilt als eines der schönsten Beispiele der muslimischen Architektur. Das ca. 58 Meter hohe und 56 Meter breite Mausoleum wurde 1631 bis 1648 vom muslimischen Großmogul Shah Jahan für seine verstorbene große Liebe Mumtaz Mahal erbaut.

Durch verschiedene Architekten verschmolzen persische Architektur mit indischen Elementen und schufen so ein außergewöhnliches Denkmal. Baumaterialien wurden aus allen Teilen Asiens mit Hilfe von Elefanten herbeigeschafft.

Das Grabmal ist von einer Parkanlage umgeben und Touristen werden mit Kutschen oder elektronischen Fahrzeugen zu der Sehenswürdigkeit gebracht, da sich der Marmor durch Abgase von Autos gelb verfärbte.

Heute ist das weiße Bauwerk als Symbol für die Liebe weltweit bekannt und auch Nicht-Romantiker werden von diesem mächtigen Bau beeindruckt sein.

Taj Mahal in Indien

 

Nicht nur wir Menschen haben mit den Händen zahlreiche Wunder geschaffen. Auch unsere Erde hat unzählige weitere Wunder geschaffen – wir müssen sie nur entdecken, mit den Augen oder mit den Händen – jedoch ohne sie zu zerstören.

Über den Autor

Tamma Heidrowski
Tamma Heidrowski
Fremde Kulturen, ferne Länder und fantastische Landschaften haben eine magische Anziehungskraft auf mich. Gerade sesshaft in Dresden geworden, schon zieht es mich wieder in die weite Welt. Es gibt noch zu viele Orte, die ich noch nicht entdeckt habe!

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