Die peruanische Küche
Essen in Peru: Lama-Steak (Lomo de Lama) & Avocado-Salat

Die peruanische Küche ist durch die Fusion von zahlreichen Einflüssen entstanden. Sie basiert auf der traditionellen Küche der Inkas und wurde während der Kolonialzeit von der spanischen Küche dominiert. Im laufe der Zeit wurde die Küche von verschiedenen Einwanderern geprägt, so flossen unter anderem afrikanische, chinesische, japanische, italienische, französische und englische Elemente in die Kulinarik von Peru ein.

Zutaten, die die indigene Bevölkerung anbauten, waren Kartoffeln, Mais, Quinoa und Chilis, sie verwendeten Würzkräuter und beherrschten Techniken zum Trocknen und Konservieren von Lebensmitteln. Als Nutzvieh wurden Alpakas, Enten, Lamas, Meerschweine und Puten gehalten. Auch heute werden noch Meerschweine, auch Coy genannt, gehalten und gegessen. Lamas und Alpakas liefern nicht nur Fleisch sondern auch Wolle, Leder und Fett. Mit der Kolonialzeit brachten die spanischen Eroberer weitere Nahrungsmittel nach Peru. So wurden Schweine, Rinder, Hühner, Ingwer, Knoblauch, Koriander, Zitrusfrüchte und Zwiebeln eingeführt. Auch die aus Afrika stammenden Sklaven, chinesischen Vertragsarbeiter, eingewanderten Italiener und Japaner brachten im Laufe der Zeit ihre Rezepte und Traditionen nach Peru.

In Peru gibt es keine einheitliche Küche, sondern viele, den Regionen zugehörigen, Regionalküchen. So ist die Küche an den Küstenregionen stark von den Ureinwohnern, den Chinesen und den Afrikanern geprägt. Hier ist Fisch eines der wichtigsten Nahrungsmittel, ein bekanntest Gericht ist Ceviche. Hier wird roher, klein geschnittener Fisch in einem Sud, der „Leche de Tigre“ Tigermilch genannt wird, mariniert. Der Sud besteht meist aus Zitrussaft, Salz, Chilis und Kräutern, welche nach Geschmack hinzu gegeben werden. Die Marinierzeit hängt von der Festigkeit des Fisches ab, anschließend werden dann noch rote, in Scheiben geschnittene Zwiebeln mit dem Fisch vermischt. Dieses Gericht liebt oder hasst man, es schmeckt sauer, leicht scharf und wird kalt serviert.

Eine tolle Alternative zu rohem Fisch ist Chicharron de Pescado. Bei diesem Gericht wird frittierter Fisch, zusammen mit cremiger Soße und gebratenen Yucas serviert. Yucas, auch bekannt unter dem Namen Maniok, sind, aufgrund ihrer Stärkehaltigen Knolle, eine sehr beliebte Nutzpflanze. Als Nahrungsmittel werden die Knollen, aber auch teilweise die Blätter, als Gemüse, verwendet. Auch bekannt ist die Chupe de camarones, eine Suppe aus Garnelen, Kartoffeln, Milch und Chili.

Trucha ist ein Forellengericht und sollte unbedingt am Titicaca-See probiert werde, da hier die Fische frisch geangelt werden. Auch hier sind die Beilage Reis und Kartoffeln.

Die peruanische Stadt am Titicaca-See - Puno
Die peruanische Stadt am Titicaca-See – Puno

Auf fast jeder Speisekarte in Peru ist Lomo Saltado zu finden. Hierbei handelt es sich um geschnittenes Rindfleisch, welches für mehrere Stunden in einer auf Sojasauce basierenden Marinade eingelegt wurde, dann mit Zwiebeln, Tomaten und Chili gegart wird und mit einer kleinen Menge Pisco abgeschmeckt. Traditionell wird das Gericht im Wok zubereitet und mit Pommes Frites und Reise serviert. Das Gericht gilt als eine Verschmelzung von zwei Haupteinflüssen der peruanischen Küche, zum einen die indigene peruanische Küche, und zum anderen die chinesisch-peruanische Küche.

Ein weiteres Gericht ist Aji de Gallina, hierbei handelt es sich um Hühnchengeschnetzeltes in einer würzigen, gelben Soße. Es wird angenommen, dass dieses Gericht von afrikanischen Sklaven mitgebracht und aus übriggebliebenem Hühnchen und Kartoffeln zubereitet wurde. In der heutigen Variation besteht die Soße aus Aji, Erdnüssen, Käse und etwas Milch. Aji sind in diesem Fall gelbe, leicht würzige Paprikas. Das Gericht wird, welche Überraschung, mit Kartoffeln und Reis serviert.

Wer ganz mutig ist probiert Coy, also Meerschweinchen. Dieses Gericht wird von den Peruanern nur zu bestimmen Anlässen gegessen. Bestellen kann man das Gericht in touristischen Restaurants entweder „al horno“, aus dem Ofen oder „a la brassa“, vom Spieß.

Meerschweinchen in Peru, Pisac
Meerschweinchen in Peru, Pisac

Das Nationalgetränk in Peru ist Pisco Sour und in jedem Restaurant und an jeder Ecke zu bekommen. Pisco Sour ist ein hochprozentiger Traubenschnaps, welcher mit Limettensaft, Eiklar, Zucker und einem Tropfen des Bitterlikörs „Angostura“, „Amargo Chuncho“ oder Zimt abgeschmeckt wird.

Auch beliebt ist der Mate de Coca, der Cocatee. Für den Tee werden die Blätter mit heißem Wasser aufgegossen. Die Coca-Pflanze gilt in Peru als heilig und wird für viele traditionelle Zeremonien verwendet, aber auch zur Linderung der Symptome der Höhenkrankheit. Er wird in allen Restaurants und Unterkünften gereicht.

Eine Variante des Tees wird mit Andenminze zubereitet. Die für Mate de Muña benutzte Minze wächst nur auf über 3.000 Meter und ist sehr aromatisch. Auch wenn der Tee nicht auf der Karte steht, kann man in Restaurants immer danach fragen.

Ein echt peruanisches Bier ist das Cusqueña. Es ist eher mild im Geschmack, aber unglaublich lecker und wird in der Andenstadt Cusco hergestellt. Der ganze peruanische Stolz gilt aber der Inka Kola, eine peruanische Version der Coca-Cola. Es schmeckt nach fruchtigem Kaugummi und ist unglaublich süß, aber irgendwann schmeckt es außerordentlich gut!

Essen in Peru: Lama-Steak & Inca-Kola
Essen in Peru: Lama-Steak & Inca-Kola

Ein Klassiker der peruanischen Getränke ist Chicha Morada. Das Getränk, welches an jeder Straßenecke und in Restaurants zu finden ist, wird aus rotem Mais gemacht. Der Kolben wird dazu mit Limettensaft, Nelken, Zimt und Zucker gekocht. Das Ergebnis ist ein tiefroter Saft, der kalt getrunken wird und sehr erfrischend ist. Das Ganze gibt es auch noch in der alkoholischen Variante und wird als Chicha verkauft. Es handelt sich um Mais-Bier, welches schon zu Inka Zeiten gebraut wurde und somit eine lange Tradition in Peru hat.

Peru hat also nicht nur eine unglaubliche Landschaft und spannende Kultur zu bieten, auch die kulinarische Seite des Landes ist mehr als interessant. Laut dem peruanischen Ministerium für Außenhandel und Tourismus reisten im Jahr 2013 rund 1,3 Millionen Touristen nach Peru, um die Kulinarik des Landes zu probieren und genießen.

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Über den Autor

Eric Richter
Eric Richter
Die Welt hat vieles zu bieten. Wenn wir nicht gerade auf einer Reise sind, suchen wir oft nach neuen Impressionen und Reise-Geschichten aus der Welt. Damit wir uns gedanklich an traumhafte Orte sowie zu Begegnungen mit Mensch und Tier begeben können, gibt es zahlreiche Geschichten zur Inspiration.

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