La Palma, die grüne Insel der Kanaren – la Isla Verde
La Palma: Schlucht bei der Iglesia Señora de Las Nieves

Die wohl grünste Insel der Kanaren ist die Insel La Palma. Sie ist mit rund 40 % Waldbedeckung die waldreichste Insel der Kanaren. Die Entwicklung des Waldes ist auch durch die Position der Insel gestützt, denn La Palma befindet sich gut 417 Kilometer vom afrikanischen, marokkanischen Festland entfernt. Man kann sagen, je näher die Insel am Festland liegt, desto trockener wird es. Im Vergleich zu den anderen Inseln hatte der Wald von la Palma mit die kürzeste Entstehungszeit. Denn die Insel ist eine der jüngsten der Kanaren, da sie vor rund 1,7 Millionen Jahren zum ersten Mal die Wasseroberfläche es Atlantiks durchstieß.

Bis die ausgetretene Lava, das Gestein, erstmal erkaltet ist dauert es etwas und dann müssen über Jahrtausende erstmal die kleinen Pionierpflanzen ihre Arbeit tun. Sobald der Boden einigermaßen kultiviert ist, beginnen auch größere, bzw. anspruchsvollere Pflanzen zu wachsen.

Die Kanarische Kiefer

Kanarische Kiefer am Mirador de la Cumbrecita
Kanarische Kiefer am Mirador de la Cumbrecita

Heute ist die Pflanzenvielfalt der Insel gigantisch. Wir haben da die endemische, Kanarische Kiefer. Sie ist zum einen endemisch, also nur auf dem kanarischen Archipel vorkommend und zum anderen hat sie sich den schwierigen Umständen, die durch die Vulkane bedingt sind, angepasst. Denn die Kanarische Kiefer unterlag seit ihrer Existenz auf den Kanarischen Inseln einem hohen Evolutionsdruck infolge der wiederkehrenden Vulkanausbrüche und den damit verbunden verheerenden Feuern. Sie entwickelte eine spezielle, dicke Rinde, die widerstandsfähiger gegen Feuer ist und auch teilweise sich vom Stamm „absprengt“, wenn die Hitze zu groß wird. Bei einem Besuch auf den Inseln kann man oft die schwarzen, verkohlten Stämme der Kiefer entdecken. Doch mit ein paar Jahren der Erholung, schafft es dieser Baum erneut auszutreiben und wieder kräftige grüne Nadeln auszutreiben.
Und auch die Nadeln haben eine besondere Fähigkeit. Da es in dieser Region selten zu richtigen Regenfällen kommt, ist die Natur auf die Passatwolken angewiesen. Durch die längeren nadeln der Kanarischen Kiefer werden die Wolken „gemolken“. Die Feuchtigkeit aus der Luft wird an den Nadeln kondensiert und tropft auf den Boden. So versorgt sich die Kiefer auch in diesem regenarmen Gebiet mit Wasser. Andere Pflanzen profitieren leider nicht so stark davon, da die Kiefer im direkten Umkreis, durch die Beschaffenheit der Nadel, die auf den Boden fallen, nicht so viel zulässt.

Der Lorbeer-Wald Laurisilva

Lorbeer-Wald auf den Kanaren
Der Lorbeer-Wald

Dann gibt es noch den Lorbeer-Wald (Laurisilva). Dieser ist wohl auf La Gomera, im Nationalpark Garajonay (der größte noch zusammenhängende Lorbeerwald Europas), am besten zu bestaunen und zu erleben, aber auch La Palma kann mit diesem historischen Wald glänzen. Das Besondere am Laurisilva ist, diese Art Wald soll schon im Tertiär, also in der Kreidezeit vor 66 Millionen Jahren, im ganzen Mittelmeerraum existiert haben.
Auf La Palma findet man diesen Wald im Urwald von Los Tilos. Er ist eine wahre Explosion der Biologischen Vielfalt und des satten Grüns. Ein ruhiger und friedvoller Urwald, der von Moosen, Stille und Geruch nach frischem Laub bestimmt wird. Aufgrund seiner Einzigartigkeit wurde Los Tilos im Jahre 2002 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Heute ist die gesamte Insel La Palma als Biosphärenreservat anerkannt und geschützt.

Neben der Kanarischen Kiefer und dem Lorbeer gibt es aber noch zahlreiche andere Pflanzen die auf La Palma hervorragend gedeihen. Zum Beispiel gibt es das kakteenähnliche Wolfsmilchgewächs Euphorbia canariensis, das man häufig auf den Inseln sieht. Den größten Anteil an den endemischen Gewächsen haben die Gefäßpflanzen (Tracheobionta) wovon 514 kanarische Endemiten sind!

Drachenbaum auf Teneriffa im La Orotava Tal
Endemische Pflanzen: z.B. der Drachenbaum, heiliger Baum der Guanchen, Ureinwohner Teneriffas

Aber auch tropische Früchte, die wir besser kennen, wachsen auf La Palma – Papaya, Mango, Avocado, Zitrusfrüchte, Rohrzucker, Passionsfrucht, Nispero und natürlich, der kanarische „Exportschlager“, die Banane.

Das Himmelsgesetz

Observatorien am Roque de los Muchachos
Observatorien am Roque de los Muchachos

Schaut man sich die Wirtschaft La Palams an, erkennt man dass etwa ein Drittel der Beschäftigten in der Landwirtschaft (vornehmlich auf Bananenplantagen) arbeitet, ein weiteres Drittel im Handel, Verwaltung und Tourismus und die übrigen im Baugewerbe und Handwerk. Auf La Palma findet man keine Industrie! Industrie, aber auch Handel und Handwerk spielen auf La Palma nur eine untergeordnete Rolle. Der Export von La Palma beschränkt sich auf Agrarprodukte.
Warum gibt es hier keine Industrie? Die Antwort darauf ist relativ einfach: Die Sternwarten. Für die Wahl La Palmas als Standort für ein Observatorium waren die Höhenlage auf dem Roque de los Muchachos (2.426 Meter ü. M.) und eine geringe Lichtverschmutzung des Nachthimmels sowie eine kürzere Entfernung zu Europa gegenüber Standorten wie Südamerika oder Hawaii ausschlaggebend. Zum Schutz der nächtlichen Dunkelheit wurde im Jahr 1988 das Himmelsgesetz (Ley del Cielo) erlassen. 2012 wurde La Palma als weltweit erstes Starlight Reserve zertifiziert. Mit diesem Gesetz sind Regelungen in Kraft getreten, die öffentliche, private und gewerbliche Außenbeleuchtung einschränkt. Beispielsweise wurde die Straßenbeleuchtung durch spezielle orangefarbene, zum Boden strahlende Leuchten ersetzt und die Leuchtreklame strengen Vorschriften unterworfen. Es darf also nichts geben, was zu sehr leuchtet und den Blick in die Sterne trübt.

Der perfekte Ort für den Urlaub

Die Promenade von Santa Cruz de La Palma
Die Promenade von Santa Cruz de La Palma

Der Tourismus, der auch ein wichtiger Bestandteil der Insel ist, spricht auch für einen Besuch der Insel. In den letzten Jahren kamen rund 180 Tausend Besucher mit dem Flugzeug auf nach La Palma. Wenn man dagegen Teneriffa anschaut, mit rund 5 Millionen Besucher, die mit dem Flugzeug eingereist sind, erkennt man schon wo sich die Masse aufhält.

La Palma beherbergt also keinen Massentourismus. Sie ist eine ruhige, beschauliche Insel, die hauptsächlich von der Agrarwirtschaft lebt, auf der es keine große Lichtverschmutzung wegen der Teleskope gibt, keine Industrie, also damit auch sehr reine Luft.
Die grüne Insel ist ideal für Urlauber, die einen entspannten Urlaub mit Ruhe und leckerer, kanarischer Küche suchen. In den 21 Schutzgebieten, u.a. dem Pinar de Garafia, dem Krater Caldera de Taburiente und der Vulkankette Cumbre Vieja, kommt man auf über 1.000 Kilometer Wanderweg.
Man muss aber nicht zwingend wandern. Es gibt auch andere Möglichkeiten die eindrucksvollen Vulkane und Gebirgswälder, Aussichtspunkte und Lavafelder zu entdecken. Auf dem Weg über die Insel La Palma kann man außerdem mehr über die vulkanische Entstehung der Insel erfahren und durch saftig grüne Wälder streifen.

Ich lade dich herzlich ein, die Insel La Palma zu entdecken! Denn hier kannst du nicht nur einiges über Vulkanismus, endemische Pflanzen und die Sternenwarten erfahren, sondern bekommst einen Einblick in die Geschichte der Insel, was diese mit Christoph Columbus und den Freimaurern zu tun hat. Und natürlich, was es mit den kleinen Zwergen Namens „Enanos“ auf sich hat. Es gibt also eine ganze Menge zu entdecken! Gerne kannst du uns auch eine Anfrage für dein ganz persönliches Programm schicken.

 

La Palma: zwischen der Caldera und dem Sternenhimmel

Eine grüne Perle im Atlantik! Entdecke La Palma: Teleskope auf dem Roque de los Muchachos, der Nationalpark Caldera de Taburiente, wandere vom Vulkan San Antonio zu den Salzsalinen von Fuencaliente.

Santa Cruz, Las Nieves, Mirador de La Cumbrecita, Cubo de la Galga, Roque Los Muchachos, Mirador de Los Andenes, Pinar de Garafía, Vulkan San Antonio, Leuchtturm El Faro und Salz-Salinen, Mirador San Bartolo

Leicht
8 Tage
Entdecker

 

Über den Autor

Eric Richter
Eric Richter
Die Welt hat vieles zu bieten. Wenn wir nicht gerade auf einer Reise sind, suchen wir oft nach neuen Impressionen und Reise-Geschichten aus der Welt. Damit wir uns gedanklich an traumhafte Orte sowie zu Begegnungen mit Mensch und Tier begeben können, gibt es zahlreiche Geschichten zur Inspiration.

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