Masuren – eine außergewöhnliche Urlaubsregion

Masuren, gelegen im Nordosten von Polen, besticht durch seine nahezu unberührte Natur. Nirgendwo sonst können Touristen schneller entspannen als hier. Die über 3.000 Seen der „Masurischen Seenplatte” mit ihren Flüssen und Kanälen, riesigen Wäldern und der Flora und Fauna bieten ein einzigartiges Erlebnis in der Region Ermland-Masuren. Die Gesamtregion umfasst 25.000 Quadratkilometer und ist Heimat für 1,5 Millionen Menschen. Auf einen Quadratkilometer kommen demnach nur 60 Einwohner. Die dünne Besiedelung ist ein Garant für eine einmalige Ruhe und Entspannung.

Die unglaubliche Friedlichkeit des Landstrichs, die Gastfreundschaft und das leckere Essen machen eine Reise „in die Masuren“ mehr als empfehlenswert. Der Name Masuren kommt übrigens ursprünglich von dem westslawischen Volk der „Masowier“, welche sich im 15. Jahrhundert in Polen niedergelassen haben. Zwischen den gelb-blühenden Rapsfeldern, den vielen Alleen mit rotem Klatschmohn, pittoresken Dörfern und dem strahlend blauen Himmel erwartet den Besucher hier eine märchenhafte Umgebung.

Die Hauptattraktion ist ganz klar die Natur. Viele der Aktivitäten finden im Freien statt, ob Radtour, Wanderung oder Bootsfahrt. Zur Hochsaison sind knapp 10.000 Boote auf dem Lucknainer See unterwegs. Radfahrer wurden noch nicht gezählt, aber auf den Wegen findet sich reichlich Platz zum Radeln. Bei einer Tour kommt man ohnehin aus dem Staunen nicht mehr raus. Die Fauna besticht durch eine große Vielfalt, allein die Hälfte aller Störche in Europa sind in Masuren zu Hause. Aber auch Elche, Wölfe, Luchse, Biber, Fischotter und viele andere Tierarten leben hier.
Aber nicht nur die Natur lädt zum Erkunden ein, auch die kleinen und feinen Dörfer und Städte mit ihrer Historie sind reizvoll.

Nikolaiken

Eine der sehenswerten Städte ist Nikolaiken, das Venedig der Masuren. Die kleine Ortschaft mit nur 3.800 Einwohnern hat den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden und erstrahlt heute noch in seiner alten Pracht. Bei einem Spaziergang durch die Stadt kann man die evangelische Kirche von 1842, den Rathausplatz mit seinen herrlichen Kaufmanns-Häusern im barocken Stil und den jüdischen Friedhof erkunden. Ganz in der Nähe von Nikolaiken ist das Naturschutzgebiet Lucknainer See. Der See liegt in einem Biosphärenreservat und ist nach der Ramsar-Konvention geschützt. Er ist der fünft größte See in Polen und Heimat für unzählige Tiere und Brutgebiet für Wasservögel wie zum Beispiel dem Lappentaucher, der Wasserralle, dem Seeadler, dem Fischadler, dem Rotmilan, dem Kormoran und der Trauerseeschwalbe. Des Weiteren ist er seit langem als einziges Habitat der Höckerschwäne bekannt. Hier niesten die Tiere und sind zeitweise fast 2.000 Vögel in der Kolonie. Daher sollte es nicht verwundern, wenn in der Luft in Nikolaiken plötzlich ein gewaltiges Sausen und Tröten ertönt, denn die Schwäne sind auf dem Weg.

Nikolaiken

Lötzen

In der Stadt Lötzen, im polnischen auch Giżycko genannt, wird einem schnell klar, warum Masuren bei Wassersportfans so beliebt ist. Das 1340 erstmalig erwähnte Städtchen liegt aus damaliger Burgherrensicht strategisch günstig auf einer Landenge zwischen dem Niegocin- und Kisajno-See. Als Ausgangspunkt für viele Ausflugsschiffe, Segler oder Motorbootfahrer bietet die Stadt mit ausgedehnten Wasserflächen und flachen Uferlinien großartige Voraussetzungen. Für alle „Nicht-Wassersportler“ bietet der ehemalige Wasserturm, heute ein Café, eine großartige Aussicht auf die Stadt und die umliegende Umgebung.

Lötzen

Führerhauptquartier Wolfsschanze

Mitten im dichten masurischen Wald liegt das ehemalige Führerhauptquartier Wolfsschanze. „Wolfsschanze“ war der Tarnname des militärisches Lagezentrums des Führungsstabes der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Das Quartier ist Teil eines Bunkersystems mit mehr als 100 Gebäuden, in denen Gefechtsstände für Stäbe der meisten deutschen Truppengattungen untergebracht waren. Der Deckname „Wolfsschanze“ kam von Adolf Hitler selbst, er leitet den Namen von seinem eigenen Pseudonym „Wolf“ ab, welcher auf seinen Vornamen Adolf beruht. Das von Hitler 1940 in Auftrag gegebene, erbaute Quartier, ist aus der Luft kaum auszumachen und umfasste zwei Flugplätze, ein Bahnhof, die komplette Energieversorgung, die Nachrichtenzentrale, ja selbst Freizeiteinrichtungen wie Kino und Casinos. Das Gebiet wird in mehrere Sperrkreise unterteilt, wobei meist nur der Sperrkreis 1 mit der „Wolfsschanze“ und Sperrkreis 3 „Mauerwald“, welches das Hauptquartier des Oberkommandos des Heeres und das Quartier des Heereshauptversorgungsdienstes war, besichtigt werden. Das 1945 gesprengte Quartier kann auf drei unterschiedlich langen Wegen erkundet werden.

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Führerhauptquartier Wolfsschanze

Frombork

Ein weiteres Highlight ist das Städtchen Frombork, im Deutschen Frauenburg, welches an das Frische Haff, einer Bucht an der Ostsee, grenzt. Ein absolutes Muss ist hier eine Besichtigung des im 14. Jahrhundert entstandenen Doms und der Domburg. Lange Zeit vergessen und dann wiederentdeckt, befindest sich im Frauenburger Dom, auch bekannt unter dem Namen Kathedrale Mariä Himmelfahrt und St. Andreas, das Grab des berühmten Nikolaus Kopernikus. Bis zu seinem Tot 1543 hat der berühmte Astronom in Frombork gelebt und gewirkt. An die jüngere Geschichte Fromborks erinnert der nur wenige Meter weiter aufgestellte Gedenkstein. Der große Findling ist den ostpreußischen Flüchtlingen gewidmet, die bei der Flucht und Vertreibung aus Mittel- und Osteuropa während des Zweiten Weltkriegs ums Leben gekommen sind. Steigt man auf den Glockenturm, gegenüber des gotischen Doms, erwartet einen ein wunderbarer Ausblick über das Frische Haff und bei gutem Wetter erkennt man sogar die russischen Exklave Kaliningrad in der Ferne.

Frombork

Masurischer Landschaftspark und der Krutynia

Der Masurische Landschaftspark und der Fluss Krutynia sind einer der beliebtesten Kajakwanderwege Polens. Der Park wurde 1977 gegründet und ist der älteste Naturpark in Ermland und Masuren. Im kleinen Dorf Krutyń hat die Parkverwaltung ihr Zentrum und ihren Sitz. Angeschlossen ist ein schönes Naturmuseum, welches die Besucher  über die Flora und Fauna der Umgebung informiert. In welche Richtung man sich aus Krutyń auch wendet, sofort steht man im dichten Wald. Von hier können wunderschöne Rad- oder Kajaktouren gestartet werden. Den Besucher erwarten auf 53.655 Hektar und in 11 Naturreservaten ein einmaliges Kleinod der Natur und Europas schönste Paddelroute.

Kajak Fluss Masuren Polen
Masurischer Landschaftspark und der Fluss Krutynia

Oberlandkanal

Ohne Wasser geht es auf dem Oberlandkanal zu. Der in Westmasuren angelegte Kanal ist europaweit ein einmaliges technisches Baudenkmal und wurde schon 1860 in Betrieb genommen. Das Außergewöhnliche? Hier fahren die Schiffe über Land. Boote und Schiffe müssen auf einem Streckenabschnitt einen Höhenunterschied von ca. 100 Meter auf einer Strecke von 10 Kilometer überwinden. Der Ingenieur Georg Jacob Steenke hatte 1825 eine Idee, um den Höhenunterschied zu meistern mussten die Schiffe auf einer Wagen-Plattformen transportiert werden. Durch Gegengewicht in zwei Richtungen, bergab und bergauf, ziehen und schieben sich die Boote und Schiffen den Gras bewachsenen Hügel hinauf und hinab. Ursprünglich als Transport von Holz und landwirtschaftlicher Erzeugnisse zur Ostsee geplant, ist es heute ein einmaliges Erlebnis für Groß und Klein.

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Oberlandkanal

Die großartige Natur, die historischen Orte, die Kultur- und Freizeitmöglichkeiten und nicht zuletzt die entspannte Lebensart der Einheimischen machen Masuren zu einem unvergesslichen Erlebnis.

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Über den Autor

Tamma Heidrowski
Tamma Heidrowski
Fremde Kulturen, ferne Länder und fantastische Landschaften haben eine magische Anziehungskraft auf mich. Gerade sesshaft in Dresden geworden, schon zieht es mich wieder in die weite Welt. Es gibt noch zu viele Orte, die ich noch nicht entdeckt habe!

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