Chile, ein außergewöhnliches Land – Un país tan extraordinario

Auf einer Fläche, die gerade einmal doppelt so groß ist wie Deutschland, vereint Chile fast alle Klimazonen in einem Land. Im Norden die trockenste Wüste der Erde, in Zentralchile die fruchtbare Region bis hin zu der rauen Landschaft mit weiten Grassteppen und gigantischen Gletschern im Süden. Chile ist ein Land für Abenteurer und Naturliebhaber.

Die Atacama-Wüste

Die trockensten Wüste mit dem klarsten Himmel. Atacama ist ein absolutes Phänomen. Hier, wo es jahrelang nicht regnet und dank des Klimaphänomens El Niño alle 6 – 10 Jahre heftigen Niederschläge die Wüste erblühen lassen, erwartet einen nicht nur die fantastische Natur, sondern auch verrückte Mondlandschaften, spektakuläre Sonnenuntergänge, das Tal des Todes und azurblaue Lagunen (ja, mitten in der Wüste!).

Ein beliebter Pilgerort ist San Pedro de Atacama, eine kleine Wüstenoase mit staubigen Straßen und einfachen Lehmbauten. Hier ist Zeitdruck ein Fremdwort und der ruhige Lebensstil der Bewohner färbt auf seine Besucher ab.

San Pedro de Atacama ist der perfekte Ausgangspunkt für Ausflüge in die Region. Gleich um die Ecke liegt sozusagen das Valle de la Luna. Eine mondähnliche Wüstenlandschaft mit rosa-gestreifte Berge und einmalige Felsformationen. Besonders zu empfehlen für malerische Sonnenuntergänge! Das Valle ist das Aushängeschild für die Wüste und ein absolutes Muss!

Auch das Tal des Todes (Valle de la Muerte) bietet so einiges an Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel die meterhohen schwarzen Sanddünen! Besonders auffällig sind hier die Schichten aus Sedimentgestein, sie ragen aus dem Boden wie kleine Inseln! Das ganze Gestein hat hier einen hohen Salzanteil und ragt in bizarren Formen aus dem Boden.

Die Atacama- Wüste

Weitere Highlights in der Wüste sind die Rauch und Wasser spuckenden Geysire sowie die azurblauen Salz-Lagunen mit rosafarbenen Flamingos.

Flamingos in einer Salz Lagune

Natürlich nicht zu vergessen ist der atemberaubende Sternenhimmel in der Wüste. Hier stehen auch einige der größten Teleskope der Welt, aber nicht nur mit Teleskop, auch mit einer Decke und einem Wein im Gepäck lässt sich der Nachthimmel mehr als genießen.

Zentralchile

Das zwischen der Küste des Pazifiks und den Anden gelegene Zentralchile bietet eine mannigfaltige Flora und Fauna.

In dem langgezogenen Tal, welches die Küste und das Andengebiet trennt, befinden sich Obstplantagen und Weinanbaugebiete. Nicht umsonst wird es als die Kornkammer des Landes beschrieben und stellt einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor des Landes da.

Der Weinanbau hat in Chile eine lange Tradition. Die optimalen klimatischen Bedingungen bringen hier kraftvolle Weine hervor. Schon im 16. Jahrhundert wurden in Chile die ersten Rebstöcke gepflanzt. Mitgebracht hatten die Pflanzen spanische Eroberer und sogar der bekannt Freibeuter Sir Francis Drake kaperte einst ein Schiff mit Wein Exporten aus Chile.

Wein aus Chile, ein Muss für Kenner

Bekannte Chilenische Wein sind unteranderem Cabernet Sauvignon, Merlot und Chardonnay sowie Sauvignon Blanc.

Verschiedene Pflanzen wie die Honigplame oder die Araukarie sind in der zentral chilenischen Landschaft zu finden. Dir Araukarie ist der heilige Baum der Mapuche und diente ihnen als Überlebenshelfer. Die Samen, auch piñones genannt, werden nach dem kochen geschält und verzehrt. Ihr Geschmack erinnert an eine Mischung aus Kartoffel, Mandel und Erdnuss und half den indigenen Völkern die harten Winter zu überstehen.

 

Chilenische Araukarie
Die essbaren Samen der Araukarie

Durch ihren geraden Stamm ist die Araukarie ein beliebtes Nutzholz, allerdings drohte Chile so ein Kahlschlag. Mittlerweile steht der Baum auf der Roten Liste als „stark gefährdet“ und es herrscht ein weltweites Handelsverbot. Nach und nach erholt sich so der Bestand wieder.

Der Süden Chiles

Hier in der unwirklichen und weiten Landschaft Südchiles gibt es größtenteils gemäßigten Regenwald mit verschiedenen Bäumen, vorwiegend Zypressen, Kiefern, Lärchen, Antarktische Scheinbuchen und Pappeln. Weiter im Süden an der Südwestküste herrscht die Magellan-Tundra, hier ist ein Großteil der Region vergletschert, so dass hier keine Vegetation mehr gedeiht.

Im sogenannten valdivianischer Regenwald, einfach ein gemäßigter Regenwald mit immergrünem und kaltgemäßigtem Ökosystem, kommt die wohl bekannteste Blume von ganz Chile vor. Die chilenische Glockenblume, das Wahrzeichen des Landes.

Die endemische Blume ist leicht an ihrer rosaroten Farbe und der Glocken ähnlichen Blüte zu erkennen. Leider ist sie mittlerweile sehr selten geworden und steht daher heute unter einem Pflückverbot.

1977 wurde die Blüte zur Nationalblume erklärt und schmückt seither zur Unabhängigkeitsfeier Bars und Restaurants. Durch die chilenischen Glockenblumen aus Plastik wird die Identität und der Nationalstolz Chiles ausgedrückt, daher wird sie auch gerne als Zierpflanze verwendet.
Die Samen der Pflanze sind gelbe, circa hühnereigroße Früchte, welche roh oder gekocht verzehrt werden können.

In Patagonien kommen Wanderer und Naturliebhaber voll auf ihre kosten. In den endlosen und stillen Weiten des Landes, zwischen Gletschern, Schluchten und Seen findet man ungestört zu sich selber.

Nationalpark Torres Del Paine - Chiles Seen und Berge Strand mit Baumstamm
Nationalpark Torres Del Paine – Chiles Seen und Berge Strand mit Baumstamm

Der Nationalpark Torres del Paine ist dabei ein absolutes Highlight. Sein Name kommt von den drei spitzen Granitbergen, welche bis zu 2.850m in die Höhe ragen und nicht zu übersehen sind. Er kommt aus der Sprache der Tehuelche-Indianer, Paine bedeutet so viel wie himmelblau und Torres Türme. Frei übersetzt bedeutet dann Torres del Paine in etwa Türme des blauen Himmels.

Das UNESCO-Biosphärenreservats besticht durch tiefblaue Seen, eisige Gletscher, Sümpfen und weite Graslandschaften, aber nicht nur die Landschaft ist hier sehenswert, auch die Tierwelt hat so einiges zu bieten. Mit etwas Glück kann man in den Weiten der Natur Kondore, Guanakos, Gürteltiere und vielleicht einem Puma begegnen.

Bergige Landschaft mit einem See und einer Straße Guanaco steht auf der Straße Berg mit Schnee im Hintergrund
Ein Guanaco in atemberaubender Landschaft

Eine Legende besagt, als Gott die Welt schuf, hatte er am siebten Tag noch Landschaft über. Weil er nicht wusste, wohin damit, warf er einfach alles über die Anden. So entstand Chile, ein Land, das so vielfältig ist.

Wenn das nicht stimmt, dann weiß ich auch nicht.

 

Willst du mehr über Chile erfahren? Hier gibt es unsere Landesinformationen und unsere Reise nach Chile.

Über den Autor

Tamma Heidrowski
Tamma Heidrowski
Fremde Kulturen, ferne Länder und fantastische Landschaften haben eine magische Anziehungskraft auf mich. Gerade sesshaft in Dresden geworden, schon zieht es mich wieder in die weite Welt. Es gibt noch zu viele Orte, die ich noch nicht entdeckt habe!

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