Die Unterwasserwelt der Kanaren

Das Meer, mystisch, magisch und unvergleichlich. Der vielfältige Artenreichtum und das spektakuläre Leben unter Wasser fasziniert Meschen schon seit Anbeginn. Rund um die traumhaften Kanarischen Inseln weißt die Meeresfauna eine unglaubliche Artenvielfalt auf. Mit mehr als 550 verschiedenen Fischarten gibt es bei einem Tauchgang so einiges zu entdecken. Aber man muss nicht unbedingt unter Wasser, um die Tiere des Meeres zu sehen, auch vom Boot aus oder an den Gezeitentümpeln lassen sich einige der wundervollen Lebewesen entdecken.

Durch die einzigartige Lage der Inseln am Kontinentalschelf, ihrem vulkanischem Ursprung und nicht zuletzt die recht kühlen Wassertemperaturen, konnte ein einzigartiger Artenreichtum gedeihen. Der kalten Humboldtstrom reichert das Meer mit Nährstoffen an und stellt somit eine ideale Lebensgrundlage für viele verschiedene Arten von Fischen. Darunter sind verschiedene Knochenfische wie z.B. Aale,  Knorpelfische wie verschiedene Rochenarten und Haie, sowie die Säugetiere Wale und Delfine. Knochenfische sind nach traditionellem Verständnis diejenigen Fische, deren Skelett im Gegensatz zu dem der Knorpelfische vollständig oder teilweise verknöchert ist. Bei dem Knorpelfisch besteht das Skelett aus Knorpel, der jedoch durch Einlagerung von prismatischem Kalk hohe Festigkeit erlangen kann. Knorpelfische werden in der Regel größer als Knochenfische und leben fast ausschließlich im Ozean. Wale und Delfine bilden eine Ordnung der Säugetiere, sie haben zwar ähnliche Körperformen wie Fische, atmen aber nicht über Kiemen sondern über die Lunge. Das heißt sie müssen zum Atmen an die Wasseroberfläche kommen, um Sauerstoff aus der Luft einzuatmen. Teilweise reicht dieser Luftvorrat für über eine Viertelstunde!

Welche Fische und Säugetiere können den nun auf den Kanaren beobachtet werden? Rund um die Inseln können fast alle Fischarten und Säugetiere beobachtet werden, allerdings sind die Bestände durch Überfischung stark zurückgegangen.

Rund um die Inseln leben einige Rochenarten, z.B. der Adlerrochen, der Gewöhnlicher Stechrochen, Marmor-Zitterrochen und der Schmetterlingsrochen. Der Adlerrochen kommt meist in Küstennähe und auf sandigem Grund vor. Allerdings sieht man diese Rochenart eher seltener bei einem Tauchgang auf den Kanaren. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Irland, über die Nordsee, entlang der europäischen und afrikanischen Küste, bis nach Südafrika. Hingegen sind der Gewöhnlich Stechrochen und der Mamor-Zitterrochen Arten die bei einem Tauchgang recht häufig beobachtet werden können, vor allem in den Winter- und Frühlingsmonaten. Beide leben küstennah, auf sandigem Grund. Der Marmor-Zitterrochen ist ein echter Jäger, tagsüber vergräbt er sich im Sand, während er nachts auf Jagt geht. Er ernährt sich von kleinen Fischen und Krustentieren, welche er mit einem elektrischen Schlag von bis zu 220 Volt betäubt.

Der Gewöhnlicher Stechrochen lebt

Hinzukommen gibt es noch zahlreiche Haiarten, wie der Engelhai, Hammerhai, Makohai, Sandbankhai, Riesenhai, Sandtigerhai, Walhai und sogar der Weiße Hai. Obwohl es um die Kanarischen Inseln 50 verschiedene Haiarten gibt, kommt es eher sehr selten zu Sichtungen. Sie leben fast ausschließlich im Freiwasser oder in Tiefen unter 200m. Die einzigen Haie, welche man regelmäßig beobachten kann, sind die Engelhaie. Diese Haiart ähnelt durch den abgeflachten Rumpf und die großen Brustflossen eher einem Rochen als einem Hai. Bei einem Engelhai ist die Brustflossen deutlich vom Rumpf abgesetzt und nicht, wie bei Rochen, ansatzlos in den Körper übergehen. Diese Art wird nicht sehr groß, sie erreichen eine Länge von einem bis zu eineinhalb Metern. Der Engelhai lebt in Bodennähe, wo er sich häufig auf den Grund legt oder in den Sand eingräbt und auf seine Beute wartet. Der Jäher ernährt sich von Weichtiere, kleine Fische und Krebstiere.
Den weißen Hai sieht man nicht bei einem Tauchgang auf den Kanaren, er zieht lediglich an den Inseln vorbei in tieferen Gewässern.

Der Sandbankhai ist nachtaktiv und lebt in Küstennähe im Bereich des Kontinentalschelfs

Alleine auf den Kanaren können 10 verschiedene Aalarten beobachtet werden, darunter zum Beispiel die bekannte Braune Muräne, Tigermuräne, Goldschwanzmuräne oder der wunderschöne Goldflecken Schlangenaal. Versteckt in Höhlen, Spalten und Löchern, kann man mit etwas Glück  einige dieser nachtaktiven Jäger auch tagsüber bei einem Tauchgang beobachten.

Die vielen verschiedenen Fischarten, wie zum Beispiel Schwertfische und Barrakudas sowie große Thunfische, Meerbrassen, Papageifische, Zacken- und Ziegelbarsche, Seenadelartige Fische oder Kugelfische lassen sich im Atlantik rund um die Inseln gut beobachten. Natürlich gibt es viele Arten, welche auf einem Tauchgang nicht unbedingt gesehen werden, da diese scheu sind oder tiefere Gewässer bevorzugen. Fische, die man aber bei fast jedem Tauchgang sieht sind zum Beispiel der Atlantische Mönchsfisch, der Bastard Grunzer, der Braune Kugelfisch, der Braune Röhrenaal, der Europäische Papageifisch, die Fürst-August-Muräne, der Madeira Drachenkopf, der Meerpfau und der Neon Riffbarsch. Von bunten Neonfarben bis zu dunklen, kaum zu erkennenden Tarnfarben spiegelt der Artenreichtum der Kanaren die unglaubliche Vielfalt der Natur wider.

Ein besonderes Highlight stellen natürlich die Wale und Delfine dar. Um die kanarischen Inseln leben alleine 27 verschiedene Arten von Walen und Delfinen, was vergleichsweise viel ist. Leider sieht man diese bei einem Tauchgang eher seltener, da das gezielte Anfahren, um mit den Meeressäugern zu tauchen oder zu schnorcheln, verboten ist. Allerdings liegen die Chancen sehr viel höher einen Wal oder Delfin zu sehen, wenn man einen Bootsausflug mit einem Whale Watching Anbieter macht. Hierbei sollte auf das Blue Boat Zertifikat geachtet werden. Es wird von der Regierung nur an die Anbieter verliehen, die sich bei ihren Touren an die Bestimmungen zum schonenden Whale Watching halten. Geht es dann auf das Meer hinaus, sind die Aussichten die wunderschönen Tiere in ihrem natürlichen Habitat zu erleben, sehr groß. Vorkommende Arten sind unter anderem der Blauwal, Buckelwal, Finnwal, Atlantischer Nordkaper und sogar der Pottwal.

Der Große Tümmler ist die bekannteste Art der Delfine

Delfine gehören zu den Zahnwalen und sind somit auch Wale. Mit ihren 40 Arten sind sie die vielfältigste und größte Familie der Wale. An den Kanaren kommen alleine 12 verschiedene Arten vor, darunter der bekannte Große Tümmler, der Zügeldelfin, der Gemeine Delfin, der Borneodelfin, der Gewöhnliche Grindwal, aber auch der Große Schwertwal.
Wie sieht es auf den einzelnen Inseln aus? Um Teneriffa finden sich ganzjährig die Grindwale und Delfine. La Palma ist das reinste Walparadies, hier kommen oft die berühmten Grindwale, Großen Tümmler, Potwale und die Gemeinen Delfine, aber auch die etwas selteneren Brydewale und Schnabelwale vor.

Besucht man also eine der Kanarischen Inseln, sollte man sich auf keinen Fall die atemberaubende Unterwasserwelt der Inseln entgehen lassen. Sei es bei einem Tauchgang, Segeltörn oder einfach bei einem Spaziergang am Strand, die Inseln haben mehr zu bieten als man auf den ersten Blick sieht!

Du hast Lust auf die Kanarischen Inseln? Dann schau mal La Palma, El Hierro, Teneriffa und La Gomera!

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Über den Autor

Tamma Heidrowski
Tamma Heidrowski
Fremde Kulturen, ferne Länder und fantastische Landschaften haben eine magische Anziehungskraft auf mich. Gerade sesshaft in Dresden geworden, schon zieht es mich wieder in die weite Welt. Es gibt noch zu viele Orte, die ich noch nicht entdeckt habe!

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