Was gibt´s auf Teneriffa zu sehen?
Kanarische Inseln - Teide

Die spanische Insel Teneriffa ist die größte der Kanaren. Näher an der westafrikanischen Küste gelegen als am Festland Spaniens, haben die Inseln ein spezielles Klima. Es ist vorwiegend sehr trocken und warm, doch werden die nördlichen Gebiete einiger Inseln durch die Passatwinde benebelt und dadurch mit Wasser versorgt. Es regnet jedoch relativ selten. Die endemische Kiefer der Kanaren hat eine spezielle Technik entwickelt, die Wolken „zu melken“ und so den Boden mit Wasser zu versorgen. Auch durch den rasanten Höhenunterschied haben die Hunde-Inseln, wie man die Kanaren auch nennt, verschiedene klimatische Bereiche. Während man also am Strand bei angenehmen 22 Grad entspannen kann, könnte es sein, dass es in den höheren Lagen am Teide zu Schneebildung kommt.

Jede Insel der Kanaren hat einen besonderen Charme. In gewissen Dingen haben sie alle sieben ihre Gemeinsamkeiten, doch hat jede Insel die ein oder andere Spezialität für sich und auch in der Natur gibt es zahlreiche Unterschiede!
Betrachten wir Teneriffa etwas genauer – was kann man hier während einer Rundreise alles entdecken? Ein paar Dinge gehören bei einem Besuch einfach dazu.

Der Surfer-Strand von Teneriffa in Puerto de la Cruz

Die Guanchen – Ureinwohner der Kanaren

Um der kanarischen Urbevölkerung ein Stück näherzukommen, fährt man am besten zum Wallfahrtsort Candelaria. Candela bedeutet auf Spanisch Kerze. Warum ist dies also der Ort der Kerze? Man erzählt sich eine Geschichte, dass die Ureinwohner hier am Strand eine Galionsfigur fanden und diese den Ziegenhirten, die sie entdeckten, Schaden zufügte. Die Figur wurde vom Guanchen-König heiliggesprochen und von da an mit Kerzenlicht vergöttert. Der Ruß der Kerzen färbte die Figur im laufe der Jahre schwarz. Als die spanischen Eroberer es nach Jahrzehnten geschafft hatten die Insel einzunehmen, waren sie von der Verehrung der Gallionsfigur beeindruckt. Heute ziert der Platz die Basílica de Nuestra Señora de Candelaria aus dem 20. Jahrhundert. Außerdem kann man hier schön anzusehende Skulpturen der Guanschen Könige sehen. Die Wissenschaft ist sich heute ziemlich sicher, die Guanchen stammen aus Nordafrika. Das Berbervolk lebte zu seiner Zeit zwar technologisch noch in der Jungsteinzeit, zeigte aber in der Kultur schon hoch moderne Formen wie wir sie heute kennen. Ihre großen Gefährten gaben den Inseln den Namen „Hundeinseln“, benannt nach dem Stamm der Canarii. Die Hunde hauchten nämlich schon den Phöniziern und Römern bei ihren ersten Besuchen Angst ein.
In Candelaria kann man wunderbar durch die kleine Gasse am Hafen schlendern, nach einem Souvenir stöbern und einen Kaffee genießen. In den Ohren hat man die Brandung, die mit großen Wellen auf den steinigen Strand schlägt.

Wallfahrtsort Candelaria

La Orotava

Das herrliche La Orotava-Tal, im nördlichen Teil Teneriffas gelegen, ist im Gegensatz zum Süden wunderbar grün und definitiv eine Reise um die Insel wert, so denn man im Süden wohnt. Einmal im Jahr, zu Fronleichnam, ist hier der Rathausplatz und die Altstadt etwas anders. Hier wird jedes Jahr ein kunstvoller Sandteppich erstellt, der wohl größte der Welt, mit knapp 900 Quadratmetern. Mit verschieden farbigen Erden der Insel zaubern die Bewohner ein wahres Meisterwerk auf den Platz. In den Straßen werden endlos lange Blumenteppiche ausgelegt. Ein wirklich buntes Vergnügen, dass die ganze Stadt feiert. Sollte man aber nicht gerade zu den Festtagen auf die Insel gereist sein, kann man auch die steile Straße vom Rathaus bis zum bekannten Casa de los Balcones aus dem 17. Jahrhundert laufen. Dort sind immer ein paar Bilder der Sandmalerei ausgestellt. Aber daneben hat das Casa de los Balcones noch Handwerkskunst der Kanarios zu bieten. Es ist eine Art Museum, das es sich zu besuchen lohnt. Von den kanarischen Messern bis zu handgeknüpften Decken und natürlich den eindrucksvollen, kanarischen Balkonen, für die das Haus berühmt ist, kann man hier einiges sehen.
Das Städtchen auf dem Hang oberhalb von Puerto de la Cruz hat aber auch ein paar nette Restaurants und wunderbaren Wein zu bieten.

Nationalpark Teide

Der Teide, Spaniens höchster Berg mit 3.715 Metern. Ein „Must-See“ der kanarischen Inseln. Wenn man sich dem Nationalpark über Vilaflor nähert hat man die Möglichkeit im April die ersten Natternköpfe der Saison zu bestaunen, die hier zuerst in tieferen Lagen gedeihen. Der rote Teide Natternkopf ist eine endemische, wunderschön blühende Pflanze und sehr beliebt. Fährt man ein Stück weiter kommt man an Pino Gordo vorbei, dem wohl zweit größten Baum Spaniens, einer gigantischen kanarischen Kiefer. Man gelangt immer weiter nach oben, durchbricht langsam die Wolken und kann gelegentlich die Nachbarinseln La Gomera und Gran Canaria sehen. Die großen Lavafelder, die mit zahlreichen Kiefern überwachsen sind, sind sehr beeindruckend. Riesige Baumriesen, teilweise mit kohlrabenschwarzen Stämmen von Waldbränden, verwurzelt auf hartem Gestein. Noch beeindruckender ist es aber im gigantischen Kessel. Sein Durchmesser beträgt etwa 17 Kilometern. Hier oben hat man einige Aussichtspunkte von denen man die Mondlandschaft bestaunen kann. Hier oben wurden auch schon viele Filme gedreht. In mitten der Kulisse hat man die Los Roques. Dies ist ein sehr schöner, aber auch bekannter Aussichtspunkt. Demnach ist hier fast immer etwas los.
Mit der Seilbahn kann man von der Talstation, die sich auch innerhalb des Kessels auf 2.356 Meter befindet, bis auf 3.555 Meter über dem Meeresspiegel fahren, wenige Meter unterhalb des Teide-Gipfels. Es ist nicht selten das hier oben Schnee und Eis liegt. Aus dieser Höhe kann man sehr weit blicken und zahlreiche Inseln um sich herum entdecken. Die Luft ist unbeschreiblich klar.
Im Kessel des Teide ist aber noch einiges mehr zu sehen. Das Besucherzentrum des Nationalparks lässt einem erst so richtig verstehen wie die Kanaren entstanden sind und wie das Leben von Organismen auf der Insel überhaupt möglich ist. Dann hat man noch die Sternwarten und auch ein paar kulinarische Spezialitäten.

Höchster Berg Spaniens: Teide

Santa Cruz und La Laguna

La Laguna, ist die einstige Insel-Hauptstadt der Eroberer und Studentenstadt mit historischem Kern. Klöster der Orden Benediktiner, Franziskaner siedelten sich hier an. Wenn man die Straße Obispo Rey Redondo hinunter spaziert kommt man an einigen historischen, typisch kanarischen Bauten vorbei. Man gelangt zur Plaza de los Remedios, wo sich auch die eindrucksvolle Kathedrale von San Cristóbal de La Laguna befindet. Ihr Ursprung geht auf das frühe 16. Jahrhundert zurück. Bauarbeiten und Restaurationen im Jahre 2013 und 14 wurden im Innern mit Beton ausgeführt und lassen die Kirche moderner wirken. Die Fassade stammt aus dem 19. Jahrhundert. Wenige Minuten zu Fuß entfernt liegt der örtliche Markt an der Plaza del Christo. Es ist immer wieder ein tolles Erlebnis in solchen Märkten der lokalen Bevölkerung abzutauchen. Das Warenangebot scheint viel Vielfältiger und frischer als man das aus unserem Land kennt. Nichts ist vorportioniert oder einzeln in Kunststoff verpackt. Hier kann man noch das ursprüngliche Tier erkennen, was allerdings für machen ekelerregend ist, doch so ist es. Die Auswahl an Obst, Gemüse und frischen sowie getrockneten Kräutern ist großartig.
Die heutige Hauptstadt Santa Cruz sollte man sich natürlich auch ansehen. Sie geht auch fließend mit La Laguna ineinander über. Nicht weit von der Stadt entfernt ist die Playa de Las Teresitas. Ein künstlich angelegter Sandstrand, mit Sahara-Sand, der zu einem erfrischenden Bad einlädt. Das Wasser ist hier sehr ruhig, denn die Wellenbrecher außerhalb sollen verhindern das der Sand von der Brandung abgetragen wird. Unter Palmen kann man es sich hier gutgehen lassen.

Das Zentrum von Santa Cruz

Taganana – Casa Afrika

Wenn man sich nun von der Hauptstadt auf die Nordseite Teneriffas begibt, durchquert man die steilen und tiefen Klippen des Anaga-Gebirges und kommt schließlich nach Taganana. Im Haus von Casa Afrika, an der Playa de Bodegas, gibt es unglaublich leckere Speisen. Es ist sehr einfach gehalten, ein Lokal wo eben auch die einheimischen hingehen. Man bekommt hier grandiosen frischen Fisch serviert. Simpel zubereitet mit Salz und Zitrone, dazu ein frischer Salat und ein bisschen Wein. Es werden die typischen kanarischen Kartoffeln serviert (Papas Arrugadas) und natürlich zum Dippen den Mojo. Besser kann man die Mittagszeit nicht verbringen. Aber ein absoluter Geheimtipp ist hier der Pulpo! Etwas ölig, aber ein vorzüglicher Tintenfisch der hier mit reichlich Paprika serviert wird.
Direkt vor dem Haus befindet sich ein kleiner Strand. Das Wasser ist hier manchmal gefährlich – riesige Wellen machen das baden unmöglich. Es ist aber saisonbedingt. Ist das Wasser ruhig, kann man an dem natürlichen, schwarzen Strand einige Stunden verbringen und den Blick über die umliegenden Berge schweifen lassen.

Eis in Puerto

Die Hafenstadt Puerto de la Cruz, ist schon sehr kanarisch, hier ist der Anteil an einheimischen höher als im Süden, wo man mehr Hotelpaläste findet als Wohnungen. Es empfiehlt sich ein Spaziergang an der Promenade entlang, um sich die Meeresschwimmbecken des Kanaren-Architekten César Manrique, die kleine Kapelle Ermita de San Telmo, das Rathaus, den alten Hafen an der Playa del Muelle, mit dem Denkmal der Fischersfrau anzusehen. Wenn man allerdings an der Kapelle San Telmo ist muss man unbedingt zu dem kleinen Eisladen, der sich wenige Treppenstufen unterhalb der Kapelle befindet gehen. Dort bekommt man nicht nur hervorragende Eiscreme, sondern auch eine frische, selbstgemachte Eiswaffel! Der Teig ist mehr mit Zimt versetzt und duftet unglaublich gut. Es gibt verschiedene Variationen, von Crispy-Schoko-Rand über bunte Streusel und einiges mehr! Eine große Auswahl an Waffeln.

Meeresschwimmbecken und Eis-Creme auf Teneriffa, Puerto de la Cruz

 

Vieles mehr gibt es noch zu sehen! Da wären zum Beispiel das abgelegene Bergdorf Masca, die Los Gigantes Klippe, der Erika-Wald im Norden, der Drachenbaum in Icod de los Vinos und mit etwas Glück auch Wale oder Delphine.

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Entdecker

Über den Autor

Eric Richter
Eric Richter
Die Welt hat vieles zu bieten. Wenn wir nicht gerade auf einer Reise sind, suchen wir oft nach neuen Impressionen und Reise-Geschichten aus der Welt. Damit wir uns gedanklich an traumhafte Orte sowie zu Begegnungen mit Mensch und Tier begeben können, gibt es zahlreiche Geschichten zur Inspiration.

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