Weihnachten around the world pt. 2
Blonde Familie mit Weihnachtsmützen und Geschenken vor Weihnachtsbaum

Jetzt wissen wir schon wie Weihnachten in Polen und Spanien gefeiert wird, aber wie sieht es aus mit Bräuchen und Traditionen in Ländern, die etwas weiter weg sind? Was hat die “Fleur de Madagascar” mit unseren Weihnachtstraditionen zu tun? Und wieso schenkt man sich in China einen Apfel zu Weihnachten?

Andere Länder, andere Weihnachtstraditionen die Zweite!

Madagaskar

Jeder kennt den Weihnachtsstern, eine bei den Deutschen als weihnachtliche Dekoration sehr beliebte Pflanze. Dabei kommt diese Blütenpflanze auf ganz Madagaskar vor und wird hier schlicht und ergreifend “Madagaskar” oder auch “Fleur de Madagascar” genannt. Für die Bewohner ist sie aber einfach eine schöne Blütenpflanze und hat nichts mit Weihnachten zu tun.

Auch in den größeren Städten auf Madagaskar wird Weihnachten gefeiert, zwar ohne Weihnachtsstern, aber mit viel Familie und gutem Essen. Die Christen, welche ca. 50 % der Inselbevölkerung ausmachen, gehen am Heiligabend, den 24. Dezember, in die Kirche und schauen sich die Krippengeschichte an. Diese wird von Jugend- und Kinder-Vereinen der Kirche vorbereitet und wie ein Theaterstück aufgeführt. „Bei uns ist die Kirche jeden Sonntag voll, aber an Heiligabend ist sie noch extra voll!“ erzählt unser Reiseleiter Lova.

Nach dem Gottesdienst geht es dann für die Kinder zum wichtigsten Ereignis: der Vergabe der Geschenke. Lova berichtete uns, dass die Jungs Auto- oder Waffenspielzeug und die Mädchen Puppen geschenkt bekommen. Diese wurden von den Eltern am Vortag auf dem Markt gekauft.

Markt auf Madagaskar

Für Familien auf Madagaskar ist dies auch die beste Gelegenheit Familienfotos zu machen. Oft kommt ein Fotograf in die Kirche oder steht auf der Straße und macht mit einem Kollegen, welcher als typischer Weihnachtsmann verkleidet ist, Fotos mit den Kindern der Familie.

In Lovas Familie war die Aufgabenverteilung an Heiligabend wie folgt: die Mutter brachte die Kinder in die Kirche und der Vater kochte zu Hause für alle das Abendessen. Oft schlachtete er Gänse oder einen Truthahn und kocht dann so etwas wie Gulasch mit ganz viel Reis dazu.

Auch der 1. und 2. Weihnachtsfeiertag wird zelebriert in Madagaskar. Am 25. Dezember geht die ganze Familie in die Christmesse der Kirche und anschließend wird zusammen gegessen und gefeiert.

Die Hauptstadt Madagaskars, Antananarivo

Auf Madagaskar unterschiedet sich das Weihnachtsfest auf dem Land zu dem Fest in der Stadt. Für viele Einwohner auf dem Land ist es ein relativ normaler Tag. Am Abend gibt es eine große Messe auf Distriktebene. Hier kommen die Bewohner der verschiedenen Dörfer zusammen. Anschließend gibt es ein Abendessen, welches allerdings kein Festmahl ist, sondern meist das gleiche, tägliche Essen.

Mirary Krismasy sambatra!

 

China

Und wie sieht es in China aus? Weniger christlich, mehr kommerziell.

In China leben gerade mal 1% Christen, daher ist es nur verständlich, dass Weihnachten in diesem Land ein etwas anderen Stellenwert hat als in Deutschland.

Dennoch feiern die Chinesen in vielen Regionen Weihnachten, nur eben ohne den religiösen Hintergrund. Hinzukommt, dass die Weihnachtstage keine gesetzlichen Feiertage in der Volksrepublik sind. Für den chinesische Einzelhandel heißt Weihnachten Hochkonjunktur und locken mit Rabatt Aktionen und Sonderangeboten. Gerade in den Geschäften wird mit weihnachtlicher Dekoration nicht gegeizt. Riesige Weihnachtsbäume, Kunstschnee und in fast jedem Schaufenster sind Lichterketten zu finden und das alles bis in den Februar hinein.

Nicht verwunderlich ist es, dass es daher der chinesischen Weihnacht an bekannten weihnachtlichen Bräuchen fehlt. So sind Adventskranz und Tannenbaum in den eigenen vier Wänden ebenso unüblich wie Geschenke an Heiligabend.

Gerade für junge Chinesen ist Weihnachten eine schöne Gelegenheit Freunde zu treffen und zu feiern. Für sie ist das Fest eine Mischung aus Valentinstag und Silvester, ohne religiösen Hintergrund. An Heiligabend freuen sich die Chinesen dann über Karaoke, gehen in Bars oder in Diskotheken. Für die Kinder sind in vielen Städten kleine Karussells und bunte Buden mit Kirmes-Charakter aufgebaut.

Die älteren Chinesen freuen sich auch über Weihnachten, weil sie wissen es kann nicht mehr lange dauern bis das chinesische Neujahrsfest vor der Tür steht. Mehr zum chinesischen Neujahrsfest gibt es hier. 

Spruchbänder
Glückwünsche zum Neujahrsfest

Für einige christliche Chinesen ist Weihnachten das Top Event des Jahres und noch wichtiger als das Neujahrsfest. Sie gehen in ein paar besondere Kirchen, lauschen Choraufführungen und schauen sich Tanz und Theateraufführungen an.

Einige chinesische Extras gibt es zum Fest, so zum Beispiel der Brauch das Äpfel an Weihnachten verschenkt werden. Diese sind mit farbenfrohem Papier und Goldschleifen verziert und haben sogar manchmal eine eingravierte Botschaft für den Beschenkten. Aber warum denn Äpfel?
Bekanntlich klingen im chinesischen einige Wörter sehr ähnlich, so auch hier. Apfel heißt im Chinesischen 苹果 (pingguo) und bedeutet „das Obst, das Sicherheit gibt“. Heilige Nacht heißt im Chinesischen 平安夜 (pinganye) und bedeutet „sichere und friedliche Nacht“. Somit ist der Apfel für viele Chinesen das perfekte Weihnachtsgeschenk.

Also dann, 圣诞快乐

Über den Autor

Tamma Heidrowski
Tamma Heidrowski
Fremde Kulturen, ferne Länder und fantastische Landschaften haben eine magische Anziehungskraft auf mich. Gerade sesshaft in Dresden geworden, schon zieht es mich wieder in die weite Welt. Es gibt noch zu viele Orte, die ich noch nicht entdeckt habe!

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